Pressemappe zu Veranstaltung Nr. 220

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Medienmitteilung: Theater im Chäslager Stans

Titel: la femme du boulanger
Eine theatralische Erzählung nach Marcel Pagnol mit Akkordeon.

Datum: Samstag, 8. April 2006 20:30 Uhr
Verantwortlich: Kayser Anna-Barbara, Tel. 041-610 12 36, eMail annabarbaraDieser Text wird ausgeblendetDieser Text ist auch nicht sichtbargmx.ch
Ticket-Reservation: TRIASS Buch- und Spielladen
Alter Postplatz 6
6370 Stans
Tel. 041-610 62 60
Preise: 25.-/20.-
Zielgruppe: Erwachsene

Pressetext kurz: Das Stück la femme du boulanger von Marcel Pagnol handelt von Brot und Liebe, von leiblicher und seelischer Nahrung, vom Bäcker Aimable und seiner Frau Aurélie, die Hals über Kopf mit dem Schäfer durchbrennt und ihren Mann der Lächerlichkeit der Dorfes preisgibt.
Dem Schauspieler Clo Bisaz ist die Geschichte des verzweifelten Bäckers, seiner jungen Frau und den unzähligen charakterstarken Figuren des provenzalischen Dorfes wie auf den Leib geschrieben. Musikalisch begleitet wird er von der Akkordeonistin Désirée Senn. Regie führt Hannes Leo Meier.

Pressetext lang: Die Geschichte
In einem abgelegenen Dorf in Südfrankreich lässt sich der schon in die Jahre gekommene Bäcker Aimable nieder. Die Dorfbewohner, von denen viele miteinander verfeindet sind, bewundern die schöne, junge Bäckersfrau. Aurélie verliebt sich nach wenigen Tagen in eine Schäfer und lässt sich von diesem in einer wildromantischen Aktion entführen. Aimable versucht erst, die Tatsachen zu verdrängen. Doch mit der Zeit muss auch er erkennen, was das ganze Dorf weiss. In seiner tiefen Trauer ist er nicht mehr fähig, Brot zu backen. Er betrinkt sich, um sein Leid zu vergessen. Später will er sich sogar das Leben nehmen. Nun greifen die Dorfbewohner zur Selbsthilfe - nicht ganz uneigennützig - und suchen Aurélie. Wie man den Ort ihres „Schäferstündchens“ ausfindig macht , werden der Pfarrer und der Lehrer beordert, die Ausreisserin zur Heimkehr zu bewegen.

Roger Lille, Theaterautor und Schriftsteller, übersetzte Pagnols im Jahre 1938 entstandenes Drehbuch in Mundart und schaffte eine leichtfüssige Erzähfassung. Clo Bisaz erzählt und spielt unter der Regie von Hannes Leo Meier in der Haupt-, Multipel- wie auch Titelrolle die Geschichte mit ihren annähernd fünfzehn Figuren. Désirée Senn mischt musikalisch mit und begleitet den Abend auf dem Akkordeon.“La femme du boulanger“ ist die zweite professionelle Produktion der Gruppe SZENART.

Gedanken des Regisseurs Hannes Leo Meier
Pagnols „La femme du boulanger“ zeigt für mich auf drei Ebenen in fast allegorischer Form grosse Dualitäten des Lebens: Einzelindividuum und Gemeinschaft, körperliche Nahrung (Brot) und Nahrung für das Herz (Liebe). Und als dritte grosse Dualität trifft im Stück eine materielle (u. a. Lehrer) Sichtweise auf eine geistliche Anschauung (u. a. Pfarrer). Alle diese Welten müssen Stellung beziehen zum Thema „Liebe“ und „Eros“

Clo Bisaz wird als Erzähler in die Geschichte einführen. Die weitgehend nackte Bühne wird sich durch die Erzählung fortlaufend bebildern, bis vor dem inneren Auge der ZuschauerInnen das ganze provençalische Dorf mitsamt seinen archetypischen Bewohnern auflebt. Bilder, Gerüche, Klänge und Stimmungen werden erlebbar und so manifest, als ob man sich am Ort des Geschehens aufhalten würde. Durch genaues Führen von Sprache, Stimme und Körper, schafft es der Spieler, die gut 15 Figuren so zu zeichnen und voneinander abzusetzen, dass es mit der Zeit ohne weitere Verweise klar ist, wo gerade im Dorf man sich befindet und wer da spricht. Das Ziel ist es, allein durch das Erzählen und durch die Musik die Qualität einer filmischen Betrachtung, ja mehr noch, eines eigentlichen persönlichen Erlebens, in den Köpfen des Publikums zu erschaffen.

Désirée Senn als Musikerin erschafft mit ihren Klängen innere Räume, die durch die Sprache gefüllt werden. Sie wird aber auch auf den Erzähler einwirken können. Sie wird ihn antreiben, ihn verführen, ihn abblocken, ihm sogar immer wieder Figuren unterschieben, die er eigentlich gar nicht haben möchte. - Und hier setzt ein wichtiger Punkt ein: Das Bühnepaar soll nicht als das Paar aus der Erzählung erscheinen. Diese Doppelung erachte ich als uninteressant. Vielmehr sollen die beiden als ein Paar mit einer ganz eigenen Dynamik wahrgenommen werden, so dass man als Zuschauer ständig sich fragen darf: Was haben die beiden denn miteinander zu tun? Wie läuft’s denn bei denen? Wo liegt der Zusammenhang der beiden mit der Geschichte? Warum erzählen die uns „La femme du boulanger“? (Hier gerät das Publikum in dieselbe Rolle wie die Dorfbewohner in der Geschichte...) Somit entsteht auf einer zweiten Ebene ein Suchspiel, das die Erzählenden selber in den Mittelpunkt stellt und die Fragen nach den oben erwähnten Dualitäten auch hier aufs Tapet bringt. Am Ende der Erzählung angekommen, werden sich die ZuschauerInnen nicht nur fragen, ob Aurélie denn in Zukunft bei ihrem Bäcker bleiben wird, sondern auch, warum denn die beiden Bühnenfiguren hier zusammen sind, und was diese Geschichte letztlich mit ihnen – und mit einem selber – zu tun hat.


Mitwirkende: Clo Bisaz, Spiel
Désirée Senn, Musik
Hannes Leo Meier, Regie
Links: www.clobisaz.ch

Bilder

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